Sonne und Regen auf einmal

F2 des SV Bannewitz gewinnt gegen die SpG Schlottwitz mit 0:15

IMG_1913Über die SpG Schlottwitz war vor dem Spiel nicht viel zu erfahren. Eins war bekannt, der Verein ist durch Hochwasser immer wieder in Mitleidenschaft gezogen worden, aber wie waren die Spieler aufgestellt?

Nach dem freundlichen Willkommen durch Trainerin Karin Weinzierl und Absprache der Regeln, begann das Spiel bei düsteren Wolken. Es war anfänglich recht zäh und ließ vermuten, dass die kunstrasenverwöhnten Bannewitzer den Ball nicht bewegt bekamen. Doch in der 6. Minute schoss der Bambini-Aufsteiger, Justus Juschten, raketenartig in das Tor der Schlottwitzer, und es begann zu regnen. Endlich die notwendige Entspannung. Dann lief das Spiel für die Bannewitzer sehr gut zusammen und das Spielertrio Schütze/Juschten/Kohser fanden in den Spielzügen schnell zueinander. Der Rasen wurde durch das Wasser von oben zum Klebefilm für die kleinen Füße und den Ball, aber hier wurde Fußball gespielt, besser gekämpft!

Und so stand es zur Halbzeitpause bereits 0:5. Der noch in der 1. Halbzeit eingewechselte Nico Zessel konnte das sichere Ergebnis nicht mehr verbessern und hob sich seine Kräfte für später auf.

Wenn man dieses Spiel mit dem gegen Hartmannsdorf vergleicht, dann hatten sie Ähnlichkeiten. Nicht, dass die Spieler aus Schlottwitz nur rumstanden, nein, sie waren wieselflink zur Stelle, allerdings wenn, dann im Rudel. Konnte sich dann der Ball lösen, sahen die Bannewitzer oft die Lücken und ab ging die Post. Mitlaufende Bannewitzer Spieler bekamen die oft super gepassten Bälle von Schütze oder Juschten vor die Füße, und dann hatte der arg gebeutelte Torhüter aus Schlottwitz kaum eine Chance. Auch die fehlende Spielstruktur der Heimmannschaft bezüglich Abwehr, Mittelfeld und Angriff tat ihr Übriges.

In der 2. Halbzeit änderte sich das Bild kaum. Die Spielerspitze funktionierte immer besser, und egal wer eingewechselt wurde, es passte. Die Verteidiger machten ihre Arbeit ausgezeichnet. Hier setzte Trainer Meißner wieder auf die bewährte „Spielerpatenschaft“ – ein erfahrener Spieler zusammen auf Spielhöhe mit einem Aufsteiger. Nils Schwarzer, wie auch der bescheidene Henry Baumann, erkämpften sich ihre Bälle und selten wurden sie überrannt. Ballangst haben diese Spieler nicht! Wenn doch mal die Luft dicke wurde, waren pfeilschnell die Spieler Aragon-Tom Noack und Justus Juschten zur Stelle und klärten.

In der 30. Spielminute besetzte dann Trainer Meißner wegen des sicheren Spielausgangs die Verteidigung allein mit den beiden jungen Spielern Schwarzer und Baumann. Unglaublich, es funktionierte, und von fehlendem Selbstbewusstsein keine Spur. Teufelskerle!

Und dann kam das beste Tor des Tages: Der Nachwuchsspieler und überaus ruhige Henry Baumann schoss aus der ihm zugewiesenen Abwehrposition ein Tor. Wer da mehr freudig und zugleich erschrocken war, Henry oder sein Trainer, bleibt ungeklärt, aber es war einfach toll! Glückwunsch. Das wird diesem Talent Auftrieb geben.

Dass die Spieler Zessel und Schütze sowie zunehmend Juschten abräumten, gilt mittlerweile als selbstverständlich, bleibt zu wünschen, dass sie ihre Torgefährlichkeit und einen kühlen Kopf bei echtem Druck beibehalten – und der wird kommen.

Die Torschützen der Bannewitzer: 1 x Henry Baumann, 4 x Justus Juschten, 1 x Timon Kohser, 1 x Aragon-Tom Noack, 3 x Tom Schütze, 5 x Nico Zessel.
Die Meinung des Trainers:
Spiele ähneln sich meist bei ähnlichen Gegnern. Nach kurzer Zeit stand fest, hier läuft der Hartmannsdorfer Film. Dennoch bin ich vorsichtig genug, das nicht zu unterschätzen. Beherrschbares Risiko in der Spielerbesetzung eingehen, rechtfertigte das zunehmend eindeutige Ergebnis. Das hat was mit Vertrauen zu tun. Und das hatte ich und es wurde reflektiert. Dass dann der Henry einlocht, ist ja wohl das Beste, was bisher passierte, und dem Jungen wird es Auftrieb geben. Danke Henry!

Die Talentpaarungen im Sturm sowie Mittelfeld haben sich bereits bewährt. Zwar nur einmal trainiert, kennen sich die Spieler jetzt und werden zunehmend zueinander Vertrauen haben. Der Teamgedanke steht dann vor erfolglosen Alleingängen. Hier machen wir weiter und werden diese Talentpaarung bis in die Abwehr trainieren. Interessant ist, dass ein diesbezügliches Training den Spielern Spaß macht. Und so soll es sein.

Wir müssen den neuen Spielern weiterhin vermitteln, dass sie auch ausgewechselt werden müssen, sei es aus taktischer Sicht, weil der Puls aufgrund des hohen Engagements wie wild rast oder andere Spieler, die mitgereist sind, bei uns in der F2 ein Spielrecht haben (Hinweis: Es gibt keine Ersatzspieler sondern Auswechselspieler). Weiterhin müssen alle Spieler verstehen lernen, dass ein Positionswechsel nicht verhandelbar ist.

Vor dem Spiel haben wir ein Sondertraining mit den beiden Torhütern Lotte Leuschner und Theodor Lindner durchgeführt. Beide Spieler wurden in Schlottwitz wenig geprüft, aber wenn, die zunehmende Ballsicherheit ist unverkennbar. Das rechtfertigt, das Sondertraining beizubehalten.

Unser nächster Gegner heißt im Pokalspiel: 1. FC Pirna. Da wird es Druck geben, den die torverwöhnten Bannewitzer nicht kennen. Das werde ich psychologisch vorbereiten, und ich bin mir sicher, wir werden selbstbewusst gegenhalten. Pina spielt auch in der Kreisklasse und hat ein Spiel gewonnen und eins verloren. Aber sie haben harte Gegner. Wir trainieren das diesbezügliche Erfordernis, und ich bin auf der Suche nach einem harten Gegner in einem Testspiel vorher.

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