Ritsch-Ratsch-Peng – Die F2-Bannewitz gewinnt in Schmiedeberg verdient mit 4:10

Schmiedeberg ist eine bekannte Adresse für guten Fußball. Dazu auf Tabellenplatz 1 liegend war Vorsicht geboten. Als der Bannewitzer Trainer Jürgen Meißner den gegnerischen Trainer sah, war die Freude groß. André Seng und Meißner kennen sich seit der vorigen Saison, sind gut befreundet, und damit war der Strategie der Bannewitzer klar. Das stärkste Potential an den Anfang – Schockwirkung und dann Ruhe in die eigene Mannschaft bringen.

Vor dem Spiel wurde die Kapitänsbinde von der Torhüterin Lotte Leuschner an Justus Juschten überreicht, der sich durch eine gute Disziplin, Trainingseifer und Unterstützung bei organisatorischen Aufgaben hervorgetan hatte. Das war für den Neuen eine Ehre und dieses Ereignis sollte im Spiel nicht ihr Ziel verfehlen.

Mit dem Anpfiff erwachte der Kampfgeist der Bannewitzer. Ausgerechnet der von Fehlpässen aufs Tor gepeinigte Nico Zessel lochte in der 5. Minute ein: Ritsch-ratsch und peng. Das Druckmanometer ließ um eine Bar nach. Schnell kamen die Bannewitzer ins Spiel und so war es Tom Schütze, der dann in der 7. Minute den super Auftakt zementierte. Die Schmiedeberger ließen nichts anbrennen und versuchten immer wieder durch Konter das Spiel an sich zu reißen. Die Deckung mit Nico Markert und den wieselflinken Nico Bauer machten jedoch viele Angriffe zunichte. Diese Zähigkeit der Hausherren zahlte sich zunächst nicht in Toren aus.

Torhüterin Lotte Leuschner, noch vom letzten Speil scheinbar gelangweilt, hatte doch mehr zu tun. Das Zusatztraining mit ihr und den Not-Torhüter Aragon-Tom Noack, der den verletzten Theo Lindner notfalls ersetzen sollte, zahlte sich aus. Lotte parierte die Bälle in perfekter Manier und was nicht festzuhalten war, wurde mit sauber gehaltenen Handflächen zurückgeprallt.

Nico Bauer, ein schneller und zäher Spieler, ist eine große Nummer in der Verteidigung und im Mittelfeld. Mit seiner Unerschrockenheit dem Gegner gegenüber aber auch mit seine Schusskraft half er sehr oft, dass Lote Leuschner den Ball nicht anfassen musste.

Dann kam ein schwarzer Zeitraum für die Schmiedeberger. Innerhalb von drei Minuten mussten sie 3 Tore durch Schütze, Juschten und Zessel hinnehmen. Mein Gott, 0:6 zur Halbzeit, der Sieg sicher, ein Ruhekissen?

Mit den Auswechslern kamen dann Aragon-Tom Noack und der Jüngste des Bannewitzer Teams, Nils Schwarzer – Geburtsjahr 2011 (!) – als Verteidiger aufs Feld. Da Torhüterin Leuschner so prächtig in Form war, entschied sich Trainer Meißner, sie die 2. Halbzeit im Kasten zu lassen und den Reservetorhüter Aragon-Tom Noack spielen zu lassen.

Dieser Strategiewandel machte den Schmiedebergern Mut. Fast mit dem Anpfiff überrannte gleich zweimal der Schmiedeberger Bruno Raschzyk die Abwehr und lochte ein. Die Torhüterin war den Tränen nahe. Meißner mahnte zur Ruhe: „Lotte alles gut!“ und das Mittelfeld und sogar die Stürmer griffen bei Kontern ein und machten zunächst weitere Torr zunichte. Welch ein Teamgeist! Nico Zessel brachte wieder Mut ins Team und feuerte den Ball geschickt zum 2:7 ab. Der Rest des Spiels verlief auf beiden Seiten durch ein immerwährendes Hin und Her. Timon Kohser, der diesmal nicht zum Torschuss kam, hatte wieder erheblichen Anteil durch seine guten Abspiele, dass der Torestand so hoch war. So schossen die Bannewitzer getrieben vom Ehrgeiz, das bisherige auf Sieg ausgerichtete Ergebnis mit nach Hause zu nehmen, noch drei Tore. Die Gegner hatten noch zwei Mal Glück mit Raschzyk und Levi Seng, den Sohn des Trainers von Schmiedeberg.

Dieses Spiel mit 4 Gegentoren für die Bannewitzer zeigte erstmals den Druck, der ausgeübt werden kann. Und wenn zwei Stürmer um Auswechslung bitten zeigt das, dass sie alles gegeben haben und das Spiel eben kein Spaziergang war.

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Die Meinung des Trainers:
Es zeigt sich mit diesem Spiel, dass Vorsicht immer besser ist, als Überheblichkeit. Die Spieler wurden darauf eingestellt, aber auch mit dem Virus, siegen zu wollen, infiziert. Der damit erreichte 1. Tabellenplatz ist ein Zeichen dafür und sollte Ansporn sein.

Zwei Tage vor diesem Spiel habe ich mir das Spiel der Dynamo U11 angesehen und wiederholt festgestellt, dass zum Handwerk des „erfolgreich sein“ bei diesen Altersgruppen nicht allzu viel notwendig ist:
1. Ball am Fuß – Dribbeln, Dribbeln und nochmals Dribbeln.
2. Schnelligkeit trainieren. Das geht mit Entscheidungsfreude einher.
3. Saubere Pässen mit richtiger Schussstärke.
4. Das Spiel des Gegners stören.
Fertig.

In unserer Mannschaft ist das Dribbling auf einem guten Weg und das Fintieren, besonders dann wenn der Gegner nebenher läuft, klappt schon bei fast allen Spielern bestens. Die richtigen Pässe brauchen noch etwas Zeit. Hier muss der Spieler zwei Dinge erkennen. Die Lücke und die richtige Schussstärke. Das ist sehr schwierig, da der Spieler den Boden beachten muss (Rasen anders als Kunstrasen) und die Entfernung. Das ist wohl der schwierigste Teil. Das braucht Jahre – wir haben jedoch damit begonnen und werden Stück für Stück besser.

Zuletzt ist Vertrauen in die Spieler sehr wichtig. Torhüterin Lotte zwei Halbzeiten im Kasten zu lassen ist ein mögliches Risiko. Es nicht zu probieren ein noch Größeres. Jetzt wissen wir, Lotte kann nervlich und physisch durchhalten. Auch kleinen und jungen Spielern eine Chance geben ist ein Fundament für deren zukünftige Erfolge. Und davon können wir nicht genug bekommen.

 

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